Agnes Heusler-Mitz

17561815

Agnes Heusler-Mitz war eine Tochter des Basler Bürgermeisters Daniel Mitz und Gattin des Strumpffabrikanten und Kaufmanns Leonhard Heusler. Nach dessen Tod 1807 führte sie dessen Handelsfirma weiter. Mit Riehen war sie durch das Alte Wettsteinhaus verbunden, das zuerst ihrem Vater, dann ihrer Mutter, später ihrem Gatten und schliesslich ihr selbst gehörte. Zudem erwarb sie 1808 das benachbarte Neue Wettsteinhaus.

Tochter des Daniel Mitz (Jurist, Basler Bürgermeister; 1724–1789) und der Anna Katharina, geborene Merian (1735–1805). Heirat 1791 mit Leonhard Heusler (1854–1807). Vier Töchter und vier Söhne.

Kindheit und Jugend

Agnes Mitz wurde am 12. Dezember 1756 in Basel geboren als Tochter des Juristen und späteren Bürgermeisters Daniel Mitz aus einer ursprunglich aus Köln zugewanderten Familie. Ihre Mutter Anna Katharina, geborene Merian, war eine Tochter des Direktors der Kaufmannschaft und entstammte einer der ältesten Basler Familien. Die Eltern schickten Agnes Mitz 1768 für einen Sprachaufenthalt nach Neuchâtel, von dem sie 1770 zurückkehrte. Danach blieb sie in ihrem Elternhaus, dem Haus zum Löwenzorn in Grossbasel, wo sie wohl im Haushalt mithalf.

Heirat

An ihrem 35. Geburtstag, am 12. Dezember 1791, zwei Jahre nach dem Tod des Vaters, heiratete sie in Basel den verwitweten Strumpffabrikanten und Kaufmann Leonhard Heusler. Dies geschah, wie sie in ihrem am Abdankungsgottesdienst verlesenen Lebenslauf festhielt, «nach dem Willen» ihrer Mutter. Aus dieser «ungemein vergnügte[n] Ehe» gingen vier Söhne und vier Töchter hervor, wovon je ein Sohn und eine Tochter früh verstarben. Die Familie lebte einschliesslich der Kinder aus der ersten Ehe des Mannes an der Unteren Rheingasse 8/10 in Kleinbasel.

Wirtschaftliche Tätigkeit, Immobilienbesitz in Basel und Riehen

Nach dem Tod des Gatten am 10. September 1807 führte Agnes Heusler-Mitz dessen Handelsfirma weiter, bis sie von den beiden ältesten Söhnen Peter Leonhard und Daniel übernommen werden konnte.

Agnes Heusler-Mitz war seit der Kindheit mit Riehen verbunden, da ihr Vater dort ein Landgut mit dem Alten Wettsteinhaus, einer Schäferei an der Kirchstrasse, Fischereirechten, Matten, Bünten (eingezäunten Gärten), Äckern, Reben und Waldungen besass. 1789 gingen diese Besitzungen an die Mutter über, die sie 1795 an Agnes’ Ehemann Leonhard Heusler verkaufte. Als dieser 1807 starb, ging das Landgut in den Besitz von Agnes Heusler-Mitz über.

1808 kaufte sie zusätzlich das an das Alte Wettsteinhaus angrenzende Neue Wettsteinhaus, sodass die beiden Grundstücke wie zu Zeiten ihres Vorfahren Johann Rudolf Wettstein wieder eine Einheit bildeten. Im gleichen Jahr erweiterte sie auch den Familiensitz in Kleinbasel durch den Zukauf angrenzender Parzellen.

Agnes Heusler-Mitz starb am 1. April 1815 nach längerer Krankheit in Basel.

Autorin / Autor: Stefan Hess | Zuletzt aktualisiert am 2.5.2026

Fakten

Agnes
Heusler-Mitz
Agnes Mitz (lediger Name)
12.12.1756 in Basel
01.04.1815 in Basel
Basel

Literatur

Jahrbuch z’Rieche

Frey, Lucas: Das Wettsteinhaus. In: Jahrbuch z’Rieche 1962. S. 31–42, hier S. 38–40.

Hess, Stefan: Ein Bild wirft Fragen auf, in: Jahrbuch z’Rieche 2021, S. 90–97, hier S. 97.

Lehmann, Fritz: Johann Rudolf Wettsteins «Neue Behausung» zu Riehen, das alte Meigelsche Landgut. In: Jahrbuch z’Rieche 1976. S. 26–56, hier S. 33f.

Weitere Literatur

Fäsch, Joh[ann] Jacob: Leichenrede über Hiob 19 V. 25. 26. 27. bey der Bestattung der Ehr- und Tugendreichen Frau Agnes Mitz, Herrn Leonhard Heussler sel. des Handelsmanns, Staats- und Kantons-Rathes in Basel nach Tod hinterlassenen Frau Wittwe. Basel 1815.

Kaspar, Albin et al.: Häuser in Riehen und ihre Bewohner. Heft III. Riehen 2017. S. 142f., 147, 153f., 158.

Lutz, Thomas: Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Stadt. Band VI: Die Altstadt von Kleinbasel, Profanbauten. Bern 2004. S. 214.

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