Ursula Weissenberger-Wuga

17631813

Ursula Weissenberger-Wuga stammte aus einer Familie, die seit der Mitte des 17. Jahrhunderts in Riehen ansässig war. Sie wurde von den verheirateten und verwitweten Frauen im gebärfähigen Alter zur Hebamme gewählt, während ihr Ehemann als Wundarzt tätig war.

Tochter des Hans Jakob Wuga (Bannwart; 1740−1800) und der Verena, geborene Bieler (1743−1827) aus Bettingen. Heirat am 3. Juli 1786 mit Hans Jakob Weissenberger (Wundarzt, Bader; 1757–1816). Vier Söhne und eine Tochter.

Herkunft und Familie

Ursula war das älteste von sieben Kindern des Landwirts und Bannwarts Hans Jakob Wuga und dessen Frau Verena, geborene Bieler. Die Familie wohnte an der Schmiedgasse 7. Das Haus befand sich seit zwei Generationen im Besitz der Familie Wuga (ursprünglich Vouga), deren Riehener Stammvater in der Mitte des 17. Jahrhunderts aus Neuchâtel zugewandert war. Das Grundstück reichte, mit diversen Nebengebäuden und Garten, bis zum heutigen Winkelgässchen.

1786 verheiratete sich Ursula Wuga mit Hans Jakob Weissenberger, der wie die meisten seiner Vorfahren den Beruf eines Baders ausübte. 1789 erwarb er die Liegenschaft ‹Beim Rösslein›, ein Haus, das an der Stelle der heutigen Rössligasse 10 stand. Hier betrieb er sein Gewerbe. Bader und Chirurgen sorgten seit dem Mittelalter für die alltägliche Gesundheitsversorgung im Dorf.

Beruf, Kinder

Ursula Weissenberger-Wuga erscheint in den Quellen als Hebamme. Die Hebammen wurden damals in Riehen durch alle verheirateten und verwitweten Frauen der Gemeinde im gebärfähigen Alter in geheimer Wahl erkoren. Danach hatten sie gemäss der 1770 eingeführten ‹Hebammen-Ordnung für die Hebammen auf der Landschaft› eine Ausbildung zu durchlaufen und eine Prüfung abzulegen. Zudem mussten sie beim Landvogt, später beim Statthalter, den Amtseid leisten.

Ursula Weissenberger-Wuga gebar selbst fünf Kinder. Obwohl die Familie als arm galt, konnte einer der Söhne, Hans Jakob (1787–1866), Medizin studieren. Ein weiterer Sohn, Johannes (1794–1854), praktizierte als Wundarzt in Basel.

Ursula Weissenberger-Wuga starb knapp 50-jährig am 14. März 1813 in Riehen.

Autorin / Autor: Caroline Schachenmann | Zuletzt aktualisiert am 22.1.2026

Fakten

Ursula
Weissenberger-Wuga
Ursula Vouga
27.04.1763 in Riehen
14. 03.1813 in Riehen
Riehen

Jahrbuch z’Rieche

Literatur

Jahrbuch z’Rieche

Kaspar, Albin: Bader, Scherer und Doktoren. In: Jahrbuch z’Rieche 1988. S. 48–65, insbes. S. 55–57.

Raith, Michael: Die Familie Weissenberger von Riehen. In: Jahrbuch z’Rieche 1979. S. 52–64, hier S. 56f.

Weitere Literatur

Kaspar, Albin et al.: Häuser in Riehen und ihre Bewohner. Heft IV. Riehen 2022. S. 28–30,168f.

Kern, Hans: Zur Geschichte des Hebammenwesens in Basel. Diss. med., Basel 1929.

Schachenmann, Caroline: Gelebtes Leben zwischen Riehen und Basel. Biografische Skizzen von Frauen aus fünf Jahrhunderten. In: Hess, Stefan (Hg.): Basel und Riehen. Eine gemeinsame Geschichte. Basel 2021. S. 123–137, hier S. 129–132.

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