Die Fassade des Hauses Rössligasse aus dem Jahr 1799 – teils erhalten, teils rekonstruiert – dominiert bis heute die Weggabelung Rössligasse / Wendelinsgasse. Mit Stall, Scheune und Wohnteil unter einem Dach handelt es sich formal um einen für Riehen geläufigen Typus des Bauernhauses. Ungewöhnlich ist dagegen die eindrückliche Grösse: Diese Opulenz hängt mit dem Bauherrn zusammen, dem reichen Müller Theobald Höner-Wenk (1747–1809). Dieser hatte den 1591 erstmals erwähnten Hof 1788 erworben.
Der Neubau hing offensichtlich mit der Vorbereitung seiner Erbteilung zusammen: Die Brezel und die Einschussbretter über den Initialen und dem Baujahr oberhalb der Haustüre weisen darauf hin, dass das Haus für den gleichnamigen Sohn bestimmt war, der 1797 als Meister in die Basler Beckenzunft aufgenommen worden war.
1949 erfolgten tiefgreifende Umbauten, die äusserlich mit dem Einbau von zwei Garagetoren im Wirtschaftsteil verbunden waren. Pläne des technischen Arbeitsdiensts von 1933 dokumentieren das Gebäude vor diesen Eingriffen.
Von 2009 bis 2011 wurde das Haus wie die rückwärtigen Nebengebäude weitgehend ausgekernt und erhielt einen reinen Wohnzwecken dienenden Innenausbau. Dabei wurde die historische Fassade des Wirtschaftsteils rekonstruiert.
Autorin / Autor: Felix Ackermann | Zuletzt aktualisiert am 16.2.2026
Kaspar, Albin et al.: Häuser in Riehen und ihre Bewohner. Heft IV. Riehen 2022. S. 202–207.
Bertschmann, Paul: Von Riesenschildkröten, Wagenrädern und Napoleons Feldzügen. Jugenderinnerungen. In: Jahrbuch z’Rieche 1992. S. 51–65, hier S. 53f.
Kaspar, Albin: «… und schön weiss brodt bachen müssen.» Die Geschichte des Bäckerhandwerks in Riehen. In: Jahrbuch z’Rieche 1993. S. 87–97, hier S. 89, 94.
Lehmann, Fritz: Das Haus Rössligasse 40. Ein Beitrag zur Geschichte eines alten Riehener Taunerhauses. In: Jahrbuch z’Rieche 1981. S. 13–34.