Philipp Singeisen

17661842

Der Landwirt Philipp Singeisen war von 1802 bis 1803 Präsident der Riehener Munizipalität und von 1816 bis 1818 Gemeindepräsident von Riehen.

Sohn des Johannes Singeisen (Landwirt; 1737–1799) und der Barbara, geborene Wenk (1739–1804). Heirat 1792 mit Anna Maria Wenk (1768–1836). Eine Tochter, zwei Söhne.

Herkunft, Ausbildung, Heirat und berufliche Tätigkeit

Philipp Singeisen wurde am 19. November 1766 als Sohn des vermögenden Grossbauern Johannes Singeisen und dessen Frau Barbara geborene Wenk in Riehen geboren. Er hatte fünf Geschwister, wovon zwei noch als Kleinkinder verstarben, und wuchs auf dem Bauernhof Rössligasse 27 auf, den sein Vater um 1763 hatte umbauen und erweitern lassen.

Wie seine beiden älteren Brüder Johannes und Theobald konnte Philipp Singeisen das Pädagogium (Vorbereitungsschule für das Gymnasium) in Lörrach besuchen – als leibeigene Untertanen war ihnen der Besuch des Gymnasiums und der Universität in Basel verwehrt. Danach konnten alle drei einen Sprachaufenthalt im französisch sprechenden Gebiet absolvieren.

Am 4. Juni 1792 heiratete Philipp Singeisen Anna Maria Wenk, die mit seiner Mutter entfernt verwandt war. Das junge Ehepaar zog ins Haus Baselstrasse 44, das den Eltern der Frau gehörte.

Nach dem Tod seines Vaters konnte Philipp Singeisen 1799 den Bauernhof Rössligasse 27 übernehmen, von wo aus er bis zum Lebensende seinen umfangreichen Landbesitz bewirtschaftete. Da er als besonders wohlhabend galt, musste er 1814 beim Durchmarsch alliierter Truppen vier Armeeangehörige bei sich aufnehmen.

1812 geriet er mit seinem Schwager, dem Müller Philipp Höner, in heftigen Streit, der nach einer üblen Beschimpfung durch den Schwager mit dessen Einkerkerung in Basel endete.

Politische Karriere

Wie sein älterer Bruder Theobald befürwortete Philipp Singeisen die Staatsumwälzung von 1798 und stellte sich danach für politische Ämter zur Verfügung. Am 30. Mai 1802 wurde er in die Munizipalität, die 1799 eingeführte oberste Gemeindebehörde gewählt, der er ab dem 9. August 1802 als Präsident vorstand.

Nach der Mediation 1803 zog sich Philipp Singeisen für mehr als ein Jahrzehnt aus der Politik zurück. So lehnte er am 2. Januar 1805 die durch die Gemeindeversammlung vorgenommene Wahl in den Gemeinderat, der 1803 die Munizipalität als wichtigste Behörde in Riehen abgelöst hatte, und die anschliessende Ernennung zum Gemeindepräsidenten durch den Kleinen Rat in Basel ab.

Am 27. November 1814 wählte die Gemeindeversammlung Philipp Singeisen erneut in den fünfköpfigen Gemeinderat, diesmal mit Erfolg. Auch als ihn in der Kleine Rat am 7. Februar 1816 zum Gemeindepräsidenten bestimmte, nahm er die Wahl an. Am 13. Juli 1818 trat er von diesen Amt zurück, behielt aber sein Mandat im Gemeinderat dank mehrfacher Wiederwahl durch die Gemeindeversammlung noch bis mindestens 1825.

Tod und Nachkommen

Philipp Singeisen, der seit 1836 verwitwet war, starb am 26. Juni 1842 in Riehen. Sein einziger noch lebender Sohn Johannes wurde später ebenfalls zum Gemeindepräsidenten bestimmt, seine früh verwitwete Tochter Anna Maria (1806–1857) übernahm den Bauernhof Rössligasse 27.

Autorin / Autor: Stefan Hess | Zuletzt aktualisiert am 15.7.2024

Fakten

Philipp
Singeisen
Singeisen-Wenk
19.11.1766 in Riehen
26.06.1842 in Riehen
Riehen

Jahrbuch Riehen

Literatur

Jahrbuch z’Rieche

Raith, Michael: Aus der Geschichte des Gemeinderates von Riehen. In: Jahrbuch z’Rieche 1969. S. 45–85, hier S. 63f. sowie Tab. 2 und 3.

Weitere Literatur

Kaspar, Albin: Häuser in Riehen und ihre Bewohner. Heft II. Riehen 2000. S. 81f.

Kaspar, Albin et al.: Häuser in Riehen und ihre Bewohner. Heft III. Riehen 2017. S. 121, 178.

Raith, Michael: Gemeindekunde Riehen. 2. überarbeitete und aktualisierte Aufl. Riehen 1988. S. 215.

Vögelin, Hans Adolf: Von der Französischen Revolution bis zur Gegenwart (1798–1970). In: Bruckner, Albert et al.: Riehen – Geschichte eines Dorfes. Riehen 1972. S. 319–410, hier S. 404f.

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