Johannes Wenk-Singeisen

17821841

Johannes Wenk-Singeisen aus der Untervogtlinie der Familie Wenk war ein reicher Landwirt, der in Riehen von 1811 bis 1813 als Gemeindepräsident amtierte. Ab 1814 gehörte er dem Basler Grossen Rat an, der ihn 1831 als ersten Riehener in den Kleinen Rat wählte.

Sohn des Johannes Wenk (Grossrat, Untervogt; 1752–1820) und der Rosina Sophia Roth (1750–1831). Heirat 1805 in Binningen mit Anna Maria Singeisen (1785–1859). Drei Töchter und fünf Söhne.

Herkunft, Heirat und berufliche Tätigkeit

Johannes Wenk wurde am 10. Juli 1782 als jüngstes von drei Kindern des reichen Bauern Johannes Wenk und der aus Lörrach stammenden Rosina Roth in Riehen geboren und wuchs im Meierhof auf. Sein Vater wurde 1797 zum letzten Untervogt von Riehen bestimmt, damals das wichtigste den Dorfbewohnern zugängliche Amt in Riehen. Zudem gehörte er von 1805 und 1807 dem Gemeinderat von Riehen an.

Johannes Wenk junior heiratete am 15. Oktober 1805 in Binningen die reiche Bauerntochter Anna Maria Singeisen. Aus dieser Ehe gingen acht Kinder hervor, von denen vier als Kleinkinder starben.

Nach der Hochzeit konnte Wenk den von seiner Frau ererbten Bauernhof Baselstrasse 15 übernehmen, der jedoch 1807 abbrannte, sodass das Wohnhaus mit den Ökonomiegebäuden neu erbaut werden musste. 1814 erweiterte er das Anwesen um den hinteren Teil der angrenzenden Liegenschaft Baselstrasse 11. 1827 konnte er zusätzlich von den Erben Theobald Singeisens, eines Onkels seiner Frau, den Bauernhof Kirchstrasse 1 / Baselstrasse 31 erwerben.

Öffentliche Ämter

Wie seine Vorfahren übte Johannes Wenk-Singeisen zahlreiche politische Ämter aus. Am 19. Mai 1811 wählte ihn die Riehener Gemeindeversammlung in den damals fünfköpfigen Gemeinderat und sechs Tage später bestimmte ihn der Kleine Rat, die oberste Behörde des Kantons, zum Gemeindepräsidenten. Bereits am 5. Juni 1813 trat Wenk von diesem Amt und gleichzeitig aus dem Gemeinderat zurück. Im folgenden Jahr erfolgte seine Wahl in den Grossen Rat des Kantons, dem früher auch sein Vater angehört hatte. Am 17. Mai 1831, mitten in den Trennungswirren, wurde er zum Mitglied des Appellationsgerichts ernannt, und am 5. Oktober des gleichen Jahrs wählte ihn der Grosse Rat in den Kleinen Rat, zweifellos als Belohnung für seine Stadttreue in den Auseinandersetzungen mit der Landschaft. Der konservativ eingestellte Wenk war damit der erste Riehener in dieser Behörde, in der ihm das Präsidium der Landarmenkommission zugeteilt wurde. In der Gemeinde bekleidete er zudem zeitweise das Amt des Gantmeisters und das eines Zivilrichters. Zudem gehörte er beim Bau der Alten Kanzlei der von der Gemeinde bestimmten Baukommission an.

Johannes Wenk-Singeisen starb am 11. August 1841. Seine Witwe Anna Maria zog darauf in den Bauernhof Kirchstrasse 1.

Autorin / Autor: Stefan Hess | Zuletzt aktualisiert am 11.7.2024

Fakten

Johannes
Wenk
Wenk-Singeisen
10.07.1782 in Riehen
11.08.1841 in Riehen
Riehen

Jahrbuch Riehen

Literatur

Jahrbuch z’Rieche

Raith, Michael: Aus der Geschichte des Gemeinderates von Riehen. In: Jahrbuch z’Rieche 1969. S. 45–85, S. 63 und Tab. 3.

Raith, Michael: Zweihundert Jahre gelebte Demokratie. In: Jahrbuch z’Rieche 1999. S. 4–37, hier S. 11, 14.

Wirz, Eduard: Das alte Gemeindehaus. In: Jahrbuch z’Rieche 1961. S. 17–24, hier S. 19, 21, 24.

Weitere Literatur

Arni, Jan: Riehen in den Trennungswirren zwischen Stadt und Landschaft. In: Hess, Stefan (Hg.): Basel und Riehen. Eine gemeinsame Geschichte. Basel 2021. S. 89–106, hier S. 97–99, 101, 104.

Kaspar, Albin et al.: Häuser in Riehen und ihre Bewohner. Heft III. Riehen 2017. S. 36, 38f., 41, 62f.

Raith, Michael: Gemeindekunde Riehen. 2. überarbeitete und aktualisierte Aufl. Riehen 1988. S. 215.

Raith, Michael: Die baselstädtischen Landgemeinden und der Kanton Basel-Landschaft. In: Baselbieter Heimatbuch. Bd. 18, 1991. S. 281–300, hier S. 292, 294.

Vögelin, Hans Adolf: Von der Französischen Revolution bis zur Gegenwart (1798–1970). In: Bruckner, Albert et al.: Riehen – Geschichte eines Dorfes. Riehen 1972. S. 319–410, hier S. 326f., 329f., 404f.

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